Handball ist eine faszinierende Sportart, die Schnelligkeit, Kraft, Geschicklichkeit und Teamwork vereint. Um diesen dynamischen Hallensport vollends genießen zu können, ist es wichtig, die grundlegenden Regeln zu verstehen. Egal, ob Sie selbst spielen, zuschauen oder einfach nur Ihr Wissen über Sport erweitern möchten, ein klares Verständnis des Regelwerks ist entscheidend. Dieser Artikel beleuchtet die Kernaspekte der Handball Regeln, von der Spielfeldgestaltung über die Ballbehandlung bis hin zu den verschiedenen Arten von Fouls und Strafen.
Overview
- Handball wird auf einem 40 x 20 Meter großen Spielfeld mit Toren an beiden Enden gespielt.
- Jedes Team besteht aus sieben Spielern auf dem Feld: sechs Feldspielern und einem Torwart.
- Der Ball darf maximal drei Sekunden gehalten und es dürfen maximal drei Schritte ohne Prellen gemacht werden.
- Fouls werden progressiv bestraft, beginnend mit Ermahnungen bis hin zu Zeitstrafen oder Disqualifikationen.
- Tore werden erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert, ohne dass der Werfer die Torraumlinie verletzt hat.
- Der Torraum ist ein spezieller Bereich, den nur der Torwart betreten darf, Feldspieler dürfen ihn nur im Sprung überfliegen.
- Ein Spiel besteht aus zwei Halbzeiten à 30 Minuten, unterbrochen von einer zehnminütigen Pause.
Das Handball-Spielfeld und die Mannschaft
Das Spielfeld im Handball ist rechteckig und misst 40 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite. An beiden Enden des Feldes befinden sich Tore, die 3 Meter breit und 2 Meter hoch sind. Vor jedem Tor befindet sich der sogenannte Torraum, der durch eine sechs Meter vom Tor entfernte Linie gekennzeichnet ist. Dieser Bereich darf von Feldspielern nicht betreten werden, außer sie befinden sich im Sprung zum Wurf und landen erst nach dem Ballkontakt im Torraum. Eine weitere wichtige Linie ist die neun Meter vom Tor entfernte Freiwurflinie, von der aus Freiwürfe ausgeführt werden. Die sieben Meter vom Tor entfernte Linie wird für Siebenmeterwürfe genutzt.
Jede Handball-Mannschaft besteht aus maximal 14 Spielern, von denen sich gleichzeitig bis zu sieben Spieler auf dem Feld befinden dürfen. Davon sind sechs Feldspieler und ein Torwart. Auswechslungen sind während des laufenden Spiels jederzeit und in beliebiger Anzahl möglich, vorausgesetzt, der auszuwechselnde Spieler hat das Feld vollständig verlassen, bevor der einzuwechselnde Spieler es betritt. Die Spielzeit für erwachsene Mannschaften beträgt zweimal 30 Minuten mit einer zehnminütigen Halbzeitpause. Bei Unentschieden kann es im Pokalspiel oder Turnier zu einer Verlängerung kommen, die üblicherweise aus zweimal fünf Minuten besteht.
Die grundlegenden Handball-Regeln der Ballbehandlung
Die Regeln zur Ballbehandlung sind das Herzstück des Handball-Spiels. Ein Spieler darf den Ball maximal drei Sekunden lang halten. Nach Ablauf dieser Zeit muss er den Ball abspielen, prellen oder auf das Tor werfen. Außerdem ist es einem Spieler nur erlaubt, maximal drei Schritte mit dem Ball zu machen, ohne ihn zu prellen. Nach drei Schritten muss der Ball entweder geprellt, abgespielt oder geworfen werden. Wird der Ball geprellt, darf der Spieler danach erneut bis zu drei Schritte machen. Das sogenannte “Doppelprellen”, also das erneute Prellen des Balls, nachdem er gefangen und nicht zwischenzeitlich abgespielt wurde, ist nicht erlaubt und führt zu einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft.
Der Ball darf mit allen Körperteilen oberhalb des Knies berührt werden. Das Berühren des Balls mit dem Fuß oder Unterschenkel ist verboten und wird ebenfalls mit einem Freiwurf geahndet, es sei denn, der Ball wurde einem Spieler von einem Gegner absichtlich auf den Fuß geworfen. Bei einem Torwurf oder Pass darf der Ball nicht mit dem Fuß gespielt werden.
Regeln für Fouls, Strafen und den Spielfluss im Handball
Handball ist ein physischer Sport, und so sind bestimmte Formen des Körperkontakts erlaubt. Spieler dürfen den Gegner mit dem Oberkörper blockieren oder abdrängen, solange dies frontal und mit geschlossenen Armen geschieht. Das Ziehen, Stoßen, Halten, Schlagen oder das Anspringen eines Gegners von der Seite oder von hinten ist jedoch strengstens verboten und wird als Foul geahndet.
Das Regelwerk sieht ein System der progressiven Bestrafung vor. Bei leichten Vergehen gibt es zunächst eine Ermahnung (gelbe Karte). Nach der dritten Ermahnung für dasselbe Team oder bei schwerwiegenderen Fouls folgt eine Zweiminutenstrafe. Dies bedeutet, dass der Spieler für zwei Minuten das Spielfeld verlassen muss und seine Mannschaft in dieser Zeit in Unterzahl spielt. Eine Disqualifikation (rote Karte) wird bei besonders groben Fouls oder der dritten Zeitstrafe eines Spielers ausgesprochen. Ein disqualifizierter Spieler muss das Feld verlassen und darf am weiteren Spiel nicht teilnehmen. Seine Mannschaft spielt für zwei Minuten in Unterzahl, darf dann aber wieder komplettieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das “Zeitspiel” oder “passive Spiel”. Wenn eine Mannschaft den Ball über einen längeren Zeitraum ohne erkennbare Angriffsabsicht hin- und herpasst, können die Schiedsrichter auf passives Spiel entscheiden. Dies wird durch das Heben eines Armes signalisiert. Die Mannschaft hat dann nur noch wenige Pässe Zeit, um zum Torwurf zu kommen, bevor der Ball an den Gegner übergeht. Dies soll die Attraktivität des Spiels erhalten und Verzögerungen verhindern. Freiwürfe werden bei den meisten Regelverstößen ausgesprochen, während der Siebenmeterwurf verhängt wird, wenn eine klare Torgelegenheit durch ein Foul vereitelt wird.
Die Rolle des Torwarts und das Erzielen von Toren im Handball
Der Torwart nimmt im Handball eine Sonderstellung ein. Er ist der einzige Spieler, der den Torraum betreten und den Ball dort mit allen Körperteilen berühren darf, um ein Tor zu verhindern. Innerhalb des Torraums darf der Torwart sich frei bewegen und muss die Regeln bezüglich der drei Schritte und drei Sekunden nicht beachten, solange er den Ball nicht länger als drei Sekunden im Torraum hält, bevor er ihn wieder ins Spiel bringt. Verlässt der Torwart seinen Torraum, gilt er als Feldspieler und muss sich an alle für Feldspieler geltenden Regeln halten. Er darf dann zum Beispiel nicht mit dem Ball zurück in den Torraum gehen. Wenn der Torwart den Ball abwehrt und dieser im Torraum liegen bleibt oder rollt, darf kein Feldspieler den Ball im Torraum berühren. Der Torwart kann den Ball dann wieder aufnehmen oder das Spiel mit einem Abwurf fortsetzen.
Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. Dabei ist es unerheblich, ob der Ball direkt vom Werfer ins Tor gelangt oder von einem Abwehrspieler oder dem Torwart abgefälscht wird. Wichtig ist, dass der Werfer beim Abwurf keine Regelverletzung begangen hat, insbesondere nicht die Torraumlinie übertreten hat, bevor der Ball seine Hand verlassen hat. Nach einem erzielten Tor wird das Spiel mit einem Anwurf von der Mitte des Feldes durch die Mannschaft fortgesetzt, die das Tor kassiert hat. Die Mannschaft mit den meisten Toren am Ende der Spielzeit gewinnt das Handball-Spiel.
